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Im Fokus

Steter Begleiter im Wandel

Nach 37 Jahren, davon 19 in der Geschäftsführung, verabschiedet sich Gunther Abuja vom Österreichischen Sprachen-Kompetenz-Zentrum. Wie hat er Kontinuität und Stabilität in einem sich stets verändernden sprachenpolitischen Umfeld bewahrt? Warum sind ihm internationale Vernetzungen besonders wichtig? Und vor allem: Woher kommt die überraschende Gelassenheit, mit der er seine letzte Zeit am ÖSZ verbringt? ÖSZ-Mitarbeiterin Anna Gazdik hat den langjährigen Geschäftsführer in einem Interview befragt.

Im Fokus - 14. April 2026

A. Gazdik: Der 18. März ist dein letzter Arbeitstag am ÖSZ. Weißt du schon, was du am 19. März machen wirst?

G. Abuja: Ich werde den Tag spontan angehen, wahrscheinlich erst einmal ausschlafen und frühstücken gehen. Den Rest lasse ich auf mich zukommen.

A. Gazdik: Du warst 37 Jahre lang am ÖSZ tätig, davon 19 Jahre in der Geschäftsführung. Kannst du dich noch daran erinnern, warum du dich überhaupt beworben hast?

G. Abuja: Natürlich. Der Grund war klar: Nach meinem Probejahr als Englisch- und Französischlehrer habe ich keine Stelle an einer Schule gefunden. Eine Kollegin machte mich auf die Ausschreibung beim damaligen Zentrum für Schulentwicklung aufmerksam. So bin ich hier gelandet, zunächst auf Werkvertragsbasis.

A. Gazdik: Hast du die Schule nie vermisst?

G. Abuja: Doch, deswegen war ich parallel zu meiner Arbeit am Zentrum in der Erwachsenenbildung tätig und hatte auch den Wunsch wegen des Praxisbezugs an einer Schule zu unterrichten, was aber leider nicht möglich war. So vorteilhaft diese Erfahrungen aus der Unterrichtspraxis auch waren, sie waren irgendwann nicht mehr mit meiner vollen Stelle am Zentrum für Schulentwicklung vereinbar. Zudem hat mich mein erstes großes Projekt im Bereich „Englisch als Arbeitssprache und bilingualer Unterricht“ inhaltlich sehr fasziniert und ich lernte auch dadurch die Schulpraxis näher kennen.

A. Gazdik: Als die ehemalige Geschäftsführerin Dagmar Heindler Jahre später in Pension ging, mit welcher Vision hast du die Geschäftsführung übernommen?

G. Abuja: Ich wollte die inhaltlich spannende Arbeit unbedingt gut weiterführen. Ich hatte auch immer vor, unsere Produkte wissenschaftsbasierter zu machen, jedoch war für unsere Auftraggeber eine Forschungstätigkeit stets eher an Universitäten und Pädagogischen Hochschulen verankert. Ich finde trotzdem, dass wir einen guten Mittelweg gefunden haben. Die ÖSZ-Materialien sind theoriegeleitet, zeigen aber praxisnahe Beispiele auf. Daher werden sie gut angenommen.

A. Gazdik: Man wird nicht als Leiter eines Fachinstituts für Sprachenlernen geboren. Welche Kompetenzen hast du erworben, um das ÖSZ erfolgreich leiten zu können?

G. Abuja: Die Geschäftsführung am ÖSZ verlangt Kenntnisse über die aktuelle Sprachenpolitik, über die ich in dem Ausmaß nicht verfügte, sowie die Fähigkeit zur Kooperation mit verschiedenen Menschen und Partnerinstitutionen, wie den damaligen Landesschulräten, dem Bundesministerium für Bildung, oder dem Europarat. Dieses Know-how musste ich mir mit der Zeit aneignen.

A. Gazdik: Worin genau besteht dieses Know-how, das du in der Zusammenarbeit mit anderen bildungspolitischen Institutionen entwickelt hast?

G. Abuja: Die Bedingungen der Bildung ändern sich kontinuierlich und so auch die Ansprüche an das ÖSZ. Rückblickend denke ich, dass ich hier sehr resilient bin. Ich habe die Ablehnung bestimmter Themen immer akzeptiert und nicht mehr viel darüber nachgedacht. Stattdessen habe mich gefragt, wie ich agieren soll, um unsere internen Ziele trotzdem zu erreichen. Wichtig ist, die eigene Position gut zu vertreten, gleichzeitig aber ein Grundverständnis für die Rolle und Möglichkeiten des anderen zu haben. Dafür muss man die Leute richtig ansprechen und sich Verbündete suchen, die in den wichtigen Fragen ähnlich denken. Es ist wie ein Schachspiel: Jemand macht einen Zug, aber der nächste Zug gehört dem ÖSZ.

A. Gazdik: Gibt es ein Projekt, an dem du besonders gerne mitgearbeitet hast?

G. Abuja: Es gibt viele, aber wenn ich eines auswählen müsste, wäre es die Entwicklung des Europäischen Sprachenportfolios (ESP), und zwar aus zwei Gründen: Erstens hat es dazu beigetragen, dass der Gemeinsame europäischen Referenzrahmen (GeR) als Gerüst für das Sprachenlernen etabliert wurde und gleichzeitig die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer sichtbar gemacht wurde. Zweitens hatten wir ein unglaublich tolles Projektteam gehabt, mit dem ich über viele Jahre hinweg wunderbar zusammenarbeiten konnte.

A. Gazdik: Das Sprachenportfolio wurde auf Initiative des Europarats entwickelt. Die Sprachenpolitik des Europarats wird durch das Europäische Fremdsprachenzentrum (EFSZ) umgesetzt, das seit 1994 in Graz ansässig ist und eine wichtige Partnerinstitution des ÖSZ darstellt. Liegt dir die internationale Einbettung besonders am Herzen?

G. Abuja: Ja, das ist so. Ich wurde bereits sehr früh zu Sitzungen und Workshops des Europarats geschickt und konnte auch den Aufbau des EFSZ aus nächster Nähe beobachten. Das hat mich fasziniert. Auf internationaler Ebene findet ein anderer Austausch statt. Man trifft neue Menschen, hat andere Ideen und kommt mit anderen Kulturen in Kontakt. Das empfinde ich als sehr bereichernd.

A. Gazdik: Auch wenn sich die internationalen Tendenzen sich heute von einer komplett anderen Seite zeigen?

G. Abuja: Wir beobachten heute tatsächlich einen Rückzug ins Eigene. Das bedeutet auf sprachenpolitischer Ebene, dass der Fokus von der Mehrsprachigkeit auf das Erlernen der Unterrichtssprache Deutsch gelegt wird. Aber umso wichtiger ist meiner Meinung nach der internationale Austausch. Europa bleibt nichts anderes übrig, wenn es eine starke Bildungspolitik haben will. Ich denke aber auch, dass in der Bildung, wie im Leben, vieles zirkulär wirkt: Nach dem Einschlagen einer Richtung kommt irgendwann die andere.

A. Gazdik: Du wirkst angesichts deiner Pensionierung nicht besonders besorgt, traurig oder nostalgisch. Wie schaffst du das?

G. Abuja: Warum sollte ich traurig sein? Ich habe sehr lange gewusst, dass dieser Tag kommen würde. Ich habe das selbst so gewählt und ich finde, dass es einfach passt. Es fühlt sich für mich wie eine Staffelübergabe an. Das ÖSZ ist in einem sehr guten Zustand, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verstehen sich gut untereinander und gestalten das ÖSZ mit. Aber ab jetzt muss die neue Leitung zusammen mit dem gesamten Team entscheiden, wohin die Reise geht.

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