Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium für Slowenen

Prof.-Janezic-Platz 1
9020 Klagenfurt
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Viersprachige Julius-Kugy-Klasse

Zeitraum: seit Juni 1998 (inklusive Vorbereitungszeit) bis mindestens 2008

Grundidee ist die Vermittlung der regionalen sprachlichen Vielfalt durch Begegnungspädagogik und Immersionsunterricht in einer in Europa einzigartigen Situation, am Ort der Begegnung einer slawischen, einer romanischen und einer germanischen Sprache.

Beteiligte Personen:
Die SchülerInnen sind großteils ÖsterreicherInnen mit slowenischer und/oder deutscher Muttersprache, im Idealfall 1 Drittel SchülerInnen aus Italien und 1 Drittel aus Slowenien.
Als Lehrpersonal beteiligt sind zweisprachige LehrerInnen (Slowenisch-Deutsch) mit Zusatzausbildung in Italienisch, Gastlehrer aus Italien (bereits realisiert) und aus Slowenien (für nächstes Jahr geplant) sowie Assistenzlehrer (Native Speakers).
Schon ein Jahr vor Beginn des Projekts wurde ein 15-köpfiges LehrerInnenteam gebildet und systematisch auf die speziellen Aufgaben in einer mehrsprachigen Klasse vorbereitet, u.a. in den Bereichen Teambildung und Organisationsentwicklung, kollektive Planung, Lernen von Italienisch mit Hilfe erwachsenendidaktischer Methoden (Fremdsprachenwachstum), Kennenlernen der Schulkulturen in den Herkunftsländern der SchülerInnen, selbstorganisierte Bearbeitung laufender Probleme etc. Für das nächste Jahr ist noch zusätzlich die Einführung von Supervision geplant.

Miteinbezogene Sprachen:
Slowenisch, Deutsch und Italienisch (jeweils Fach und Unterrichtssprache), Englisch (Fach; im Laufe des Curriculums geplante Unterrichtssprache)

Ziele und Inhalte, Beschreibung der Innovation:
Die veränderte geopolitische und regionalpolitische Situation ebenso wie die mit dem Stichwort "Globalisierung" charakterisierte ökonomische Dynamik machen es für das BG/BRG für Slowenen notwendig, neben dem soliden Fundament eines Immersionsunterrichts in slowenischer Sprache (Identitätssicherung) neue Formen mehrsprachiger Erziehung zu erproben. Zu diesem Zweck wurde die "Julius-Kugy-Klasse" eingerichtet, die nunmehr seit einem Jahr mit Erfolg interkulturelle Sprachdidaktik in vier Sprachen betreibt. Ihre Grundannahme ist, dass interkulturelles Sprachlernen dann am wirksamsten erfolgt, wenn die Sprecher der Zielsprachen miteinander lernen und wenn dabei das soziale Lernen und die gegenseitige Sprachvermittlung größtmögliche Unterstützung von Seiten der LehrerInnen erfahren. Jede einzelne Unterrichtsstunde wird dadurch zur Sprachstunde. Da der Unterricht zur Zusammenführung der kulturell und sprachlich heterogenen Klasse sowie zur Lösung der daraus entstehenden Probleme und Konflikte mit Hilfe von Sprache dient, erfahren die SchülerInnen in der Praxis des alltäglichen Zusammenseins den Umgang mit Fremdheit als ein selbstverständliches Moment gemeinsamen Lebens. Und sie lernen zugleich damit ein Sprachverhalten, das ihnen hilft, ihre Beziehungen zu verbessern. Interkulturelle Sprachdidaktik heißt also hier nicht, über die Anderen zu lernen, sondern miteinander zu lernen, indem man Sprachen und die den Sprachen innewohnenden kulturellen Erfahrungen tauscht.

Sprache(n):

Slowenisch, Italienisch, Englisch